Hauptpersonalrat
HPR zu Besuch in der JVA Nürnberg
Foto: Thomas Benedikt/JVB (v.l.) Leiter der JVA Nürnberg Thomas Vogt, Stefan Greulich (HPR-Mitglied), Mark Lempenauer (HPR-Ersatzmitglied), Rainer Grahm (Vorsitzender Personalrat der JVA Nürnberg), Alexander Sammer (stellv. HPR-Vorsitzender) und Tamara Bauer (HPR-Ersatzmitglied)
Der Hauptpersonalrat hat sich am 20.03.2026 in der Justizvollzugsanstalt Nürnberg mit Anstaltsleiter Thomas Vogt, dem Vorsitzenden des örtlichen Personalrats Rainer Grahm und dem Leiter des allgemeinen Vollzugsdienstes Marco Friebe ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die Dienstplanung, die personelle Belastung, die Sicherheitslage und bauliche Entwicklungen.
Die Dienstplanung im allgemeinen Vollzugsdienst steht unter erheblichem Druck. Das aktuelle Schicht-Modell in der JVA Nürnberg kann nur noch knapp aufrechterhalten werden. Ein hoher Krankenstand erschwert die Dienstplanung zusätzlich. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Belastungen des Dienstes selbst krank machen können.
Auch die Sicherheitslage war ein zentrales Thema. Gewaltbereite und psychisch kranke Gefangene, Überwürfe von Drogen und Mobiltelefonen sowie der Konsum von Betäubungsmitteln belasten den Vollzugsalltag erheblich. Hinzu kommt ein hoher Anteil suchtkranker Gefangener.
Positiv ist der Blick auf die bauliche Entwicklung. Der Neubau eines Funktionsgebäudes mit einem Investitionsvolumen von rund 56 Millionen Euro liegt im Kosten- und Zeitplan und soll moderne Arbeitsplätze schaffen. Unabhängig davon ist eine Erweiterung der Anstalt geplant. In diesem Zusammenhang musste das sanierungsbedürftige Dienstwohnungsareal in der Mannertstraße geräumt werden. Der Wegfall von Wohnraum trifft einige Beschäftigte hart und zeigt, wie wichtig Dienstwohnungen gerade in Ballungsräumen sind.
Auch die öffentliche Wahrnehmung des Berufsstandes wurde offen angesprochen. Die Debatte im Zusammenhang mit der JVA Augsburg-Gablingen hat dem Ansehen des Justizvollzugs spürbar geschadet. Wertschätzung ist hier wichtiger denn je.
Der Hauptpersonalrat nimmt solche Vor-Ort-Termine wahr, um Belastungen, Entwicklungen und Anliegen der Beschäftigten unmittelbar aufzunehmen und in die Arbeit auf Ebene des Staatsministeriums der Justiz einzubringen.
