25. April 2026

JVB-Landesleitung vor Ort

JVA Straubing: Starke Arbeit unter schwierigen Bedingungen

Die JVB-Landesleitung besuchte am 24. April 2026 die JVA Straubing. An dem Gespräch nahmen Anstaltsleiter Marcus Hegele, sein Stellvertreter Stephan Waldner, Personalchef Thomas Luthermoser, die beiden Pflegedienstleiter Walter Lorenz und Peter Sagstetter sowie JVB-Ortsvorsitzender Florian Brunner teil. Im Mittelpunkt standen Themen, die viele Anstalten kennen, die in Straubing aber in besonderer Dichte zusammentreffen: schwerstkriminelle Gefangene, Organisierte Kriminalität, lange Haftstrafen, Suchtmittelmissbrauch und medizinische Versorgung. Hinzu kommen die besonderen Aufgaben der Sicherungsverwahrung und der Vollzugspsychiatrie.

Ein zentraler Punkt war die Eigensicherung der Bediensteten. Hegele machte deutlich, dass die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen höchste Priorität hat. Hier spielen auch gerichtliche Entscheidungen eine Rolle. Wenn Sicherheitsbelange oder vollzugliche Maßnahmen von einem Gericht gänzlich anders bewertet werden, hat das unmittelbare Auswirkungen auf den Arbeitsalltag und die Sicherheit. Die hohe Zahl an Anträgen auf gerichtliche Entscheidung nach § 109 StVollzG belasten die JVA Straubing. Zeitweise gab es bis zu 2.000 Anträge in einem Jahr. Das bindet Zeit und Personal. Jede Stellungnahme bedeutet juristische und administrative Arbeit. Aus Sicht der Praxis ist wichtig, dass die Sicherheit der Bediensteten bei gerichtlichen Entscheidungen spürbar mitgedacht wird.

Besonders eindringlich war der Austausch zu psychoaktiven Substanzen. Der Konsum solcher Stoffe verändert Situationen schnell und unberechenbar. Hegele mahnte hier zu größter Vorsicht. Bei suchtmittelkranken oder psychisch auffälligen Gefangenen kann aus einer zunächst normalen Situation binnen kurzer Zeit eine massive Gefährdungslage entstehen. Auch in Straubing gab es zuletzt Fälle schwerster Angriffe auf Kollegen, die im Gespräch besonders deutlich thematisiert wurden.

Neben den fachlichen Themen ging es um das Klima im Kollegium, Nachwuchswerbung und Mitarbeiterbindung. Hegele betonte, wie stolz er auf die Bediensteten der JVA Straubing ist, die in wirklich schwierigen Zeiten beste Arbeit leisten. Gelebte Wertschätzung sei für ihn kein Zusatzthema, sondern zentrale Führungsaufgabe. „Wir stehen hinter unseren Leuten.“

Für den JVB war der Besuch ein wichtiger Einblick in eine Anstalt, in der viele bekannte Belastungen des Justizvollzugs in besonderer Schärfe auftreten. Straubing zeigt, was Kolleginnen und Kollegen täglich leisten: fachlich, körperlich und mental. Genau darüber muss im Bayerischen Landtag gesprochen werden, wenn es um Personal, Bezahlung, Nachwuchsgewinnung und Rückhalt für den Justizvollzug geht.